Auerbach Stadt-Anzeiger - Mai 2026

Stadt-Anzeiger Auerbach - Mai 2026 28 Das Schloss der mittelalterlichen Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortetzung von Rudi Weber) Das ehemalige Schloss in Auerbach (1374-1788) war wie gesagt kein großartiger Prunkbau wie z.B. die Schlösser des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. (1845-1886). (1) Das Schloss in Auerbach war eher ein Zweckbau mit u.a. Wohnung im 2. Stock für den obersten Repräsentanten des Landesherrn, also den Landrichter. Dieser hielt normalerweise ein Stockwerk tiefer im großen Saal des Hauses (Skizze siehe Stadtanzeiger März 2026, Seite 26) die Sitzungen des Landgerichts Auerbach. Das Landgericht Auerbach Zur Erinnerung: Im Vertrag von Fürstenwalde (18.8.1373) hatte Kaiser Karl IV. (1316-1378) seinem Schwiegersohn Markgraf Otto V. (2) ‚der Faule‘ von Brandenburg (1346-1379) u.a. die bisherige Hauptstadt von Neuböhmen Sulzbach verpfändet. Daraufhin machte der Kaiser unser Auerbach zur neuen Residenzstadt und Sitz eines Landgerichts. (s. Stadtanzeiger Februar 2026, Seite 16) Der Amtsbereich des Landgerichts Auerbach mit den zugehörigen Orten und den auswärtigen Gerichtsstätten (Kasberg, Luchsenbruck, Rosslauben und auf einer Schnaittachbrücke). (3, Seite 63) Das Landgericht Auerbach war damals auch an bestimmten Tagen auf der Luchsenbruck bei Plankenstein (nördlich von Waischenfeld), auf einer Brücke über die Schnaittach (unterhalb des Marktes Schnaittach), auf der Rosslaube, einer Gerichtslaube bei Hormersdorf (nördlich des Hohenstein), und unter der Linde zu Kapfsperch (Kasberg bei Gräfenberg). Heute noch ist dort eine riesige alte Gerichtslinde zu sehen, unter der einst Sitzungen stattfanden. (4) Gerichtstag war beim Landgericht Auerbach zu allen Zeiten der Mittwoch und zwar bei regelmäßig stattfindenden Sitzungen jeder vierte. (Fortsetzung Seite 34)

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