Stadt-Anzeiger Auerbach - November 2025 32 Die mittelalterliche Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortetzung von Seite 24) Neben bzw. zwischen den Türmen 98 (heute Stadtgraben 1) und 99 (heute Alleestraße 3, abgerissen) und der Alleestraße (etwa heutiger Parkplatz Roppelt) war eine Zeitlang ein Biergarten mit Kegelbahn des Schwanenwirts (Nr. 110, heute Oberer Marktplatz 14). Auf dem Foto (2, Seite 334) ist links die Häuserreihe heute Alleestraße 6, 8 und 10 zu erkennen, Mitte rechts der frühere Rödlturm Nr. 98, heute Stadtgraben 1. Verpachtung der Zwingerflächen Die Zwinger waren die Flächen zwischen den beiden Mauerringen. Unmittelbar am inneren Rand des Stadtgrabens stand wie schon gesagt eine niedrigere Vormauer, die kleine Stadtmauer. Stadteinwärts folgten die Zwinger, eine zwischen 2 und 4 Meter breite Fläche, die sich zwischen der kleinen und der dann stadteinwärts folgenden großen Stadtmauer rund um die Stadt zog. „Die Zwinger sahen auch kein Blut fließen, wurden aber zur Friedenszeit wegen ihrer sonnigen und gut abgeschlossenen Lage sehr geschätzt als Lagerräume für Holz und Streu, Kraut und Rüben, Balken und Bretter, Fässer und Bierkufen. Sie wurden nur an die vornehmsten Personen des Rats verpachtet. Außer den Streuschupfen sah man im Zwinger manchmal auch einige Beete mit Rettichen und Salat, auf den Rabatten gedieh der Rosmarin, der Salbei und das Lavendelkraut, in den Ecken wuchs der Jasmin oder der blaue Flieder und unter der Laube war eine Holzbank.‘“ (1, Seite 51) „Im Jahre 1750 waren die Zwinger folgenderweise verpachtet: 1. der Zwinger vom unteren Tor bis zum Anziehturm war an den Bürgermeister Ratzer, Haus Nr. 172 (Anm.: heute Unterer Markt 22), verpachtet um 40 Kr pro Jahr. 2. den Zwinger vom Anziehturm bis zum Grabentor hatte Bürgermeister Johann Merkl, Haus Nr. 123 (Anm.: heute Alleestraße 2), in Pacht um 1 fl . Das Haus Nr. 123 gehörte ab 1634 der Familie Merkl (Hausname Merklstieferl). Aus ihm stammte u.a. der im nächsten Absatz genannte Bürgermeister Johann Merkl. Dieses große Eckhaus (heute Alleestraße 2) hatte früher den Eingang zur Unteren Vorstadt hin. (Foto aus 2, Seite 416) Im Nachbarhaus Nr. 124 (heute Untere Vorstadt 1) wohnte und arbeitete im 18. Jahrhundert der Bildhauer Johann Michael Doser. (3) (Fortsetzung Seite 36)
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