Stadt-Anzeiger Auerbach - November 2025 16 Schloss Artelshofen (Fortsetzung von Seite 14) Das heutige Altarbild ist eine gute Kopie des berühmten Gemäldes Grablegung Christi des italienischen Malers Raffael (1483-1520). Diese Kopie Raffaels wurde erst 1887 hierher in die Kirche nach Artelshofen gebracht. Damals wurde der bisherige Altar notgedrungen ans bayerische Nationalmuseum nach München verkauft und von Fachleuten gekonnt restauriert. Der Annaaltar war nämlich stark beschädigt. Das Raumklima in der Kirche Artelshofen war damals wohl zu feucht für den wertvollen Altar. Dieser Annaaltar, in einem Prospekt als Artelshofener Altar bezeichnet, ist ein Meisterwerk aus dem Jahr 1514. Er war als Flügelaltar von dem Nürnberger Künstler Wolf Traut (1486-1520) gestaltet worden. Traut arbeitete mit dem großen Albrecht Dürer (1471-1528) eng zusammen. Ursprünglich stand dieser Annaaltar in der heute nicht mehr existierenden Tuchmacher- oder Annakapelle. Diese war im Lorenzer Friedhof östlich der Kirche an die Friedhofsmauer angelehnt. Der dramatische Anstieg der Todesfälle und die hohe Ansteckungsgefahr während der großen mittelalterlichen Pestepidemien war für Kaiser Maximilian I. (1459-1519) der Anlass, am 31. Oktober 1518 ein Mandat zu erlassen, das Bestattungen innerhalb der Stadtmauern verbot. Der Rat von Nürnberg wies deshalb noch 1518 zwei andere Friedhöfe vor den Mauern aus: Den bestehenden Johannisfriedhof bestimmte er für die Sebalder-Seite. Anstelle des Friedhofs um die Lorenzkirche wurde der Rochusfriedhof in der Nähe des Spittler-Tores beim heutigen Plärrer neu angelegt und 1519 eingeweiht. Auch hier befindet sich ein Stromer-Grab. Diesen liegenden Grabstein mit dem Stromerwappen findet man auf dem Johannisfriedhof Nürnberg. Das Familienwappen der Stromer ist auch im Sitzungssaal des Auerbacher Rathauses zu sehen. (6) In diesem Zusammenhang sei auf den Vortrag von Josef Eisend zum Thema 500 Jahre Auerbachs Keller verwiesen. (7; siehe Stadtanzeiger Oktober 2025, Seite 46) Im 17. Jahrhundert wurde der Annaaltar dann an die Familie von Harsdörffer verkauft. Diese stiftete ihn für ihre Patronatskirche in Artelshofen, das ihnen ab 1572 etwa 50 Jahre lang gehörte. Heute ist der Altar im Bayerischen Nationalmuseum München. Schloss und Kapelle Artelshofen im nahen Pegnitztal sind auf jeden Fall einen Besuch wert! (8)
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