Auerbach Stadt-Anzeiger - November 2025

Stadt-Anzeiger Auerbach - November 2025 14 Schloss Artelshofen (von Rudi Weber, Fortsetzung von Seite 1) (Fortsetzung Seite 16) Ungefähr 16 km (Luftlinie) vom Rathaus in Auerbach in südwestlicher Richtung entfernt liegt im Pegnitztal das abgebildete uralte Schloss (oder Herrensitz) Artelshofen im gleichnamigen Dorf. (1) So wie auf der Titelseite abgebildet werden Besucher den Herrensitz allerdings nicht sehen, denn die umlaufende Mauer verwehrt den Blick. Es finden aber immer wieder Führungen und andere Events, z.B. am 7. Dezember ein Adventsmarkt, statt. (2) Aus der Geschichte Auf dem Foto auf Seite 1 ist links das Wappen der Nürnberger Patrizierfamilie Holzschuher (3) abgebildet, denen das Schloss Artelshofen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zeitweise und vor allem dann 1932 bis 2005 gehörte. „Der Herrensitz Artelshofen dürfte spätestens im frühen 14. Jahrhundert in der Gestalt eines in einem Wassergraben stehenden Wohnturms errichtet worden sein. Erst 1361 wird er mit Heinrich von Sittenbach, zu Artelshofen sitzend, urkundlich bezeugt [vgl. Kirchensittenbach I, Hohenstein].“ (4) Auf dieser Internetseite (4) und in Wikipedia (5) erfährt man mehr über die reiche Vergangenheit von Schloss oder Herrensitz Artelshofen. Stiftung U.a. waren die Nürnberger Geschlechter der Tucher, der Harsdörffer, der Ebner von Eschenbach und der Tetzel Eigentümer von Artelshofen. Zuletzt gehörte Schloss Artelshofen mit seinen Zugehörungen seit 1932 der Patrizierfamilie Holzschuher aus Nürnberg. Deshalb also ihr Wappen auf dem Titelfoto. Erinnert sei an die berühmte Holzschuher-Kapelle auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg. Ganz in der Nähe dieser ist ein altes Stromer-Grab. (Nummer 1490; siehe weiter unten) Der in München geborene und sehr begüterte Privatmann Heinrich Bischoff hatte 2005 das Anwesen in Artelshofen, auf der Suche nach einem geeigneten Jagdrevier, von den Holzschuhern erworben. Nach seinem Tod 2023 ging sein Eigentum Artelshofen völlig in eine von ihm schon zu Lebzeiten gemachte Stiftung (2) über. Heinrich Bischoff war der einzige nichtadelige Eigentümer des Herrensitzes Artelshofen. Schlosskapelle Neben dem Schloss steht außerhalb der Mauern die Kapelle St. Philippus und Jakobus. Sie wurde bald nach dem Schloss noch im Mittelalter, natürlich als katholisches Gotteshaus und kleiner als heute, errichtet. Vor 500 Jahren musste auch diese Kapelle ev.-luth. werden, weil der Rat der Stadt Nürnberg am 21. April 1525 die Abschaffung der katholischen Lehre und die Einführung des Luthertums in seinem gesamten Territorium beschlossen hatte. Und Artelshofen lag in diesem. Über der Tür zur Schlosskapelle Artelshofen ist das steinerne Wappen der Familie Tetzel, die ab 1626 fast ein Jahrhundert Eigentümer von Artelshofen war. Seine heutige Größe bekam die Schlosskapelle um 1710. Nach 3 Jahrhunderten waren am gesamten Gebäude schwere Schäden entstanden, die eine umfangreiche Renovierung notwendig gemacht hatten. Dank der Großzügigkeit des Patronatsherrn Heinrich Bischoff wurde diese ab 2007 durchgeführt, so dass die Kirche innen und außen in einem sehr guten Zustand ist.

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