Auerbach Stadt-Anzeiger - Oktober 2025

Stadt-Anzeiger Auerbach - Oktober 2025 14 Die Marienkirche in Velden ... (von Rudi Weber, Fortsetzung von Seite 1) (Fortsetzung Seite 16) ist eines der ältesten Gotteshäuser unserer Gegend, und seit 500 Jahren evangelisch-lutherisch. Im Jahr 1525 fand nämlich das Nürnberger Religionsgespräch (1) statt. Als eine der Folgen davon fasste der Rat der damals Freien Reichsstadt Nürnberg (2) am 21. April 1525 einen folgenreichen Beschluss: im gesamten Territorium der Reichsstadt Nürnberg ist künftig die katholische Religion verboten, und die neue Religion, also das Luthertum, muss eingeführt werden. Zur Erinnerung: Mit dem sog. Thesenanschlag durch Martin Luther (3; 1483-1546) an die Schlosskirche in Wittenberg am 31. Oktober 1517 begann nach allgemeiner Meinung die Reformation. (4) Der Ratsbeschluss in Nürnberg hatte weitreichende Folgen nicht nur für die Stadt selber, sondern für ihren ganzen Grundbesitz, u.a. im Pegnitztal für z.B. Lauf, Hersbruck, Hohenstadt, Artelshofen usw. bis herauf nach Velden. Die dortige Marienkirche mit ihrem wunderschönen Hauptaltar (Bild auf Seite 1) und vielen anderen Kunstwerken musste 1525 evangelisch-lutherisch werden. Die Marienkirche (Bahnhofstraße 5) steht direkt an der sehr stark frequentierten Straße, während das gegenüberliegende Pfarrhaus (Bahnhofstraße 4) durch Parkfläche und Garten recht idyllisch fast unmittelbar an der Pegnitz liegt. Das Foto von 2022 habe ich von der anderen Flussseite aus gemacht. Zunächst ein kurzer Blick in die Geschichte von Velden (5), mit ca. 1.200 Einwohnern im Hauptort eine der kleineren Städte Bayerns. Velden an der Pegnitz „Velden (Veldtuna – zu den Feldern, mitten im Waldgebiet) ist als Forsthof inmitten großer Waldgebiete entstanden und der urkundlich am frühesten erwähnte Ort des gesamten östlichen Nürnberger Umlandes. Am 1. Mai 889 stellte Kaiser Arnulf von Kärnten (Anm.: um 850-899; ab 887 König des Ostfrankenreiches, 896-899 römischer Kaiser) zu Velden am Pegnitzflusse eine Urkunde aus, wodurch er seinem Vasallen Perchtolf fünf Huben zu Farchhausen und Gotteshausen verlieh. … Vorübergehend zählte Velden zu den neuböhmischen Besitzungen Kaiser Karls IV. (6), der Velden als Sitz eines Amtes 1376 das Stadtrecht verlieh.“ (5) Das ehemalige Pflegschloss (Mühltorstraße 4) aus dem 15. Jahrhundert von der Nürnberger Straße auf der anderen Pegnitzseite aus. Das an sich stattliche Gebäude ist zum Teil in Privatbesitz, größtenteils unbewohnt, und bedarf einer Sanierung. Aber, im Gegensatz zum Auerbacher Schloss, steht es jedenfalls noch! „Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhielt die bis dahin pfälzische Stadt Velden einen neuen Landesherrn, sie wurde (Anm.: 1504) dem Territorium der Reichsstadt Nürnberg eingegliedert. So blieb es, bis 1806 die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem ganzen Territorium dem Königreich Baiern einverleibt wurde. … Am 19. April 1945 wurden bei einem Luftangriff 53 Wohnhäuser sowie zahlreiche Scheunen, Stall- und Nebengebäude zerstört. In den erhalten gebliebenen Wohnungen mussten nicht nur die obdachlos gewordenen Veldener, sondern darüber hinaus 250 Flüchtlinge und etwa 150 Evakuierte aus Nürnberg aufgenommen werden.“ (5) Das alles haben die Veldener geschafft, so dass ihre Stadt heute gut und reich an Denkmälern aus der Vergangenheit (7) dasteht. Mutterkirche Velden Die Pfarrei Velden geht auf eine Missionskirche der Bischöfe von Eichstätt zurück. Sie war noch vor dem Jahr 1000 n.Chr. Träger der Christianisierung und der religiösen Betreuung unserer Gegend. 912 wurde dem Bischof Erchanbald (um 850-912; amt. 882-912) von Eichstätt das Besitzrecht an der wohl erst kurz vorher errichteten Kirche von Velden durch König Konrad I. (um 881-918; ab 906 Herzog von Franken; 911-918 König von Ostfranken) bestätigt. Als 1007 das Bistum Bamberg gegründet wurde, mussten für dieses Gebiete aus den bereits mehrere Jahrhunderte bestehenden Nachbardiözesen herausgelöst werden. In unserem Fall gelang dies erst 1016. Nach dem Tod des Eichstätter Bischofs Meginaud (+ 28. April 1015) kamen z.B. Nürnberg rechts der Pegnitz, Velden, Auerbach, Michelfeld, Hopfenohe usw. zum Bistum Bamberg.

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