Auerbach Stadt-Anzeiger - September 2025

Stadt-Anzeiger Auerbach - September 2025 24 Auerbachs Keller in Leipzig (Fortetzung von Seite 16) Auf der Webseite des Lokals in Leipzig ist zu lesen: „Anno 1525 richtet der Arzt und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (1482-1542) im Weinkeller seines Hauses einen Ausschank für Studenten ein, weil ‚Wein ein vorzügliches Prophylaktikum gegen vielerlei Gebrechen ist, wenn man ihn denn richtig anwendet‘. Die städtischen Steuerbücher belegen, dass er seit dieser Zeit eine so große Menge an Wein einlagerte, dass sie nicht nur dem Eigenbedarf diente, sondern auch zum Verkauf und Ausschank bestimmt war. Somit darf 1525 als das Gründungsjahr von Auerbachs Keller gelten.“ (8) „Anno 1528 lässt Stromer das etwa 200 Jahre alte Haus, das er durch Heirat mit der Leipzigerin Anna von Hummelshain erworben hatte, abreißen, um ein modernes Wohn- und Messehaus zu errichten. Dabei erhält der Keller die Dimension, die er heute noch hat: Auf drei Etagen befinden sich die sog. Hexenküche, der Fasskeller, das Lutherstübchen und der GoetheKeller.“ (8) Auf dem Bild der Fasskeller. Goethe und Faust Stromers Urenkel, der Leipziger Stadtrichter Johann Vetzer, ließ 100 Jahre später im Juli 1625 Geschäft und Weinkeller erweitern. Dabei brachte der Maler und Kupferstecher Andreas Bretschneider große Holztafeln mit Szenen aus der FaustGeschichte an. Die eine zeigte den Ritt des Faust auf einem Weinfass, wie er 1587 geschildert wurde. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) studierte 1765 bis 1768 an der Universität Leipzig und war in diesen Jahren sicher öfter in Auerbachs Keller. „Dieser erschien ihm als Idealkneipe für Universitätshörer, die dort alles Wissen und alle Sitte abstreifen konnten, um nur mehr Menschen zu sein oder sich gar kannibalisch wohl zu fühlen als wie 500 Säue. So zeichnet Goethe diese Weinstube in seiner Faust-Dichtung so sehr aus, daß er sie historisch genau schildert und als einzige Lokalität der ganzen Dichtung in eine bestimmte Stadt und in ein bestimmtes Haus verlegt.“ (9, Seite 59) Dr. Heinrich Stromer, sein Auerbachs Keller in Leipzig, und damit auch seine Vaterstadt, unser Auerbach in der Oberpfalz, fanden dadurch Eingang in die Weltliteratur: Faust 1, Verse 2073-2336. (Bild aus 10; Verse 11)

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