Auerbach Stadt-Anzeiger - April 2025

Stadt-Anzeiger Auerbach - April 2025 14 Vor 80 Jahren... (Fortsetzung von Seite 1) (Fortsetzung Seite 16) Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges (1939-1945; am 8. Mai 1945 unterzeichnete Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die Kapitulationsurkunde) wurde es nochmal sehr brenzlig in unserer Heimat. (1) Hier einige Beispiele: Troschenreuth In den letzten Kriegstagen verlief eine Front direkt zwischen Pegnitz und Troschenreuth. Ein Teil der in Troschenreuth einquartierten deutschen Soldaten wollte sich den vorrückenden amerikanischen Truppen aber nicht ergeben. Am 19. April 1945, also wenige Tage vor Kriegsende, schossen amerikanische Soldaten die Ortschaft in Brand. Die uralte Martinskirche, die Schule, sowie 14 Wohnhäuser und zahlreiche Nebengebäude wurden ein Raub der Flammen. Ein Dorfbewohner kam ums Leben. Bereits 1946 wurde mit dem Neubau eines neuen Gotteshauses in Troschenreuth begonnen. Der damalige Erzbischof von Bamberg (2) Joseph Otto Kolb (1881-1955; amt. 1943-1955) konnte schließlich am 23. Juli 1949 die neue Kirche in Troschenreuth feierlich konsekrieren. Die vorne abgebildete Inneneinrichtung der heutigen Martins-Kirche Troschenreuth (Foto 27.2.2025, Rudi Weber) stammt größtenteils aus dem Gotteshaus St. Peter und Paul Hopfenohe. (3) Jene Gemeinde war im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr 1939 abgelöst worden. Die altehrwürdige sakrale Einrichtung der Kirche wurde durch Ortspfarrer Johann Ritter, der später in Auerbach wirkte, sicher- und, nach anfänglichem Zögern, für die neue Kirche in Troschenreuth zur Verfügung gestellt. Die inzwischen gesicherte Ruine der Kirche Peter und Paul (Hopfenohe) in einem Foto von 2015. Anno 1935 war dieses Gotteshaus unter seinem sehr rührigen Pfarrer Johann Ritter (4) aufwändig renoviert und erweitert worden. Diese Maßnahme konnte leider die Ablösung der Gemeinde nicht verhindern. Die Kirche blieb bis zum Kriegsende 1945 unversehrt, danach musste sie ausgeräumt und aufgegeben werden. Einige Zeit diente sie gleichsam als Zielscheibe. Nasnitz Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde es auch sehr ernst für das Dorf Nasnitz und seine Bewohner. (5) Schuld daran war wohl, dass SS-Leute vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr aus mit ihren Panzern in den Ort gekommen waren, um hier einen Verteidigungsposten aufzubauen. Fast in jedem Hof waren deshalb deutsche Panzer untergebracht. Am 19. April 1945, einem Donnerstag, beschossen von Neudorf (bei Pegnitz) aus die heranrückenden Amerikaner den Ort. Die Geschosse - es sollen vor allem Spreng- und Phosphorgranaten gewesen sein - zerstörten insbesondere die Dorfmitte von Nasnitz. Abgebrannt sind sieben Häuser, 15 Städel und an die 20 Nebengebäude. Wie durch ein Wunder wurde die St.-Anna-Kapelle (6) an der Straße nach Penzenreuth nahezu verschont. Dieses kleine Gotteshaus St. Anna in Nasnitz wird von den Dorfbewohnern, allen voran Josef Haberberger und seine Familie, liebevoll gepflegt. St. Anna wurde 1865 errichtet und von dem aus dem Ort stammenden Pfarrer Josef Kormann (geb. 1809 in Haus Nr. 21) gestiftet. (Foto 2003) Seit November 2020 verkündet wieder eine kleine Glocke vom Türmchen der St-Anna-Kapelle den Dorfbewohnern von Nasnitz u.a. die Gebetszeiten. Sie trägt die Aufschrift „Heilige Corona, Schutzpatronin gegen Seuchen bitte für uns – Anno Domini 2020“. Die Glocke erinnert an die schreckliche Corona-Pandemie 2020 bis 2023. (7) Seit 2010 gibt es in Nasnitz noch die auf private Initiative errichtete Jakobus-Kapelle an der Straße von Michelfeld nach Pegnitz. (8)

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