Stadt-Anzeiger Auerbach - Januar 2025 14 Die mittelalterliche Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortsetzung von Rudi Weber) (Fortsetzung Seite 16) Nach dem unteren oder Bamberger Tor (s. Stadtanzeiger vom Dezember 2024, Seite 14ff) war das obere oder Amberger Tor der wichtigste Aus- und Zugang in Auerbachs mittelalterlicher Stadtbefestigung. Das obere Tor bestand in einfacherer Form schon seit der Markterhebung 1144, als Auerbach vereinfacht gesagt nur aus den Anwesen rund um die Pfarrkirche bestand. (s. Stadtanzeiger* Juni 2024, Seite 30; dort die Viertel 1 und 4) Nach der Stadterhebung 1314 wuchs die Ansiedlung und die Befestigung durfte Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden. *Der Auerbacher Stadtanzeiger ist auf https://www.auerbach.de/buergerservice/stadtanzeiger/ jeweils zu finden und als Blätterbuch nutzbar. Auf dieser Seite der Stadt sind auch einige vorausgehende Ausgaben als pdf-Dateien herunterladbar. Um 1440 war das obere Tor in zeitgemäßer Weise umgebaut und befestigt. Es stand zwischen den Häusern Nr. 37 (heute Oberer Torplatz 18) und Nr. 264 (heute Oberer Torplatz 1) und hatte selbst die Hausnummer 265 (existiert nicht mehr). (Bild aus 1, Seite 75) Das obere Tor hatte einen stattlichen Torturm und eine sehr lange Brücke. Außerdem hatte es als einziges der drei Auerbacher Stadttore auch ein Vorwerkstor. (2) (s. weiter unten) Ein anderer Begriff dafür ist die Barbakane, wie sie z.B. in Nürnberg am Weißen Turm (3) zu finden ist. Wie bereits geschrieben stand in der Nähe von jedem der drei Stadttore ein städtischer Backofen, was in früheren Zeiten ja sehr wichtig war. Der Backofen des oberen Tores stand zuerst beim Schwedenturm (Hausnummer 252, heute Am Schwedenturm 7). Seit etwa 1800 war er weiter unten am Bach neben dem Haus Nr. 199 (heute Bachgasse 41, beim Krax‘nbeck). Auf diesem alten Foto (aus 4, Seite 176), etwa vom Schwedenturm aus in die Bachgasse fotografiert, steht noch der früher städtische Backofen mit dem hohen Kamin. Die letzten Betreiber waren der Krax‘nbeck Johann Schrembs und seines Frau Anna. Johann war ein starker Schnupfer; nicht zuletzt deswegen waren seine Zwiebelkuchen so gut und begehrt. Interessant ist auch das Auto. „1955 erlosch das Feuer im Gemeindebackofen für immer.“ (4, Seite 176) Der Turm des oberen Tores (s. Bild weiter oben) „wurde erst 1592 bewohnbar gemacht und der ehrsame Schmied Michl Gumperl saß 1618 dort in Miete. An denselben war auch die neben (Anm.: stadtauswärts links) dem Tor stehende städtische Schmiede, jetzt Haus Nr. 264 (Anm.: heute Oberer Torplatz 1), samt der im Zwinger stehenden Kohlenhütte verstiftet (Anm.: von der Stadt verpachtet). Michl Gumperl scheint zugleich Torwart gewesen zu sein.“ (1, Seite 73) Im Torturm wohnten die von der Stadt angestellten Torwärtl mit ihren Familien, bis die Stadtkammer 1817 diesen Torturm an den Nachtwächter Friedrich Preis verkaufte. Ein Nachkomme von ihm war Ludwig Preis (1917-2014), der u.a. städtischer Bademeister, sowie Stadt- und Kreisrat war. „So etwa würde das Amberger Tor von innen aussehen, wenn es noch stünde.“ (5, Seite 121)
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