Auerbach Stadt-Anzeiger - Dezember 2024

Stadt-Anzeiger Auerbach - Dezember 2024 16 (Fortsetzung Seite 24) Die mittelalterliche Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortsetzung von Seite 14) 15.000 Schweden zogen im Januar 1641 unter ihrem General J. v. Banér durch dieses Tor in die Stadt herein; mit ebensoviel Mann kaiserl. Truppen zog 1650 der Graf Oktavio Picolomini hinaus. Panduren und Kroaten kamen 1704 durch dieses Tor in die Stadt, Rotmäntel österr. Husaren und Dragoner folgten ihnen 1743. In fliegender Eile drängten 1796 die Franzosen sich durch dieses Tor, die Österreicher folgten ihnen auf den Fersen nach. Selbst die Russen fanden 1815 durch dieses Tor den Weg in unser stilles Städtchen. Durch dieses Tor verließen 1628 der Bürgermeister P. Schreiber und sein treuer Stadtschreiber J. Göllner der Religion wegen ihrer Vaterstadt.“ (5, Seite 64 ff) Beide wollten nicht wieder katholisch werden und mussten wie einige andere Bürger auch Auerbach verlassen. Auerbachs großer Chronist Joseph Köstler (1849-1925; Foto oben), der dieses Tor selber noch kannte, schreibt in seiner schönen Sprache von „Friedensbildern: wie der segnende Bischof durchs Tor schreitet, wie der Kuhhirt seit Jahrhunderten fast täglich mit seiner Herde durch diese enge Pforte zieht, wie Prozessionen, Leichen- und Hochzeitszüge hier vorbei defilieren, wie um Jakobi der Kirschenmann, das Krenweibl, der Zwiefelpeter unterm Tor ihre Waren feilbieten, wie der Torwärtl mit seinem Spieß vor dem Landrichter präsentiert und wie der Denunziant nächtlicher Weise seine Pasquille (Anmerkung: schriftliche Verleumdung, Schmähschrift) an die Mauer klebt. Das Zeitalter der französischen Revolution (Anm.: 1789-1799) klopfte auch an die Auerbacher Stadttore. Mit der Befestigung gingen auch sie ihrem Untergang entgegen [sic!]. Die Stadtväter waren zwar noch immer für ihren Fortbestand besorgt, die Regierung aber arbeitete mit dem Zahn der Zeit um die Wette am Untergang der Stadttore. 1818 ließ der Stadtrat vom Maler Johann Karl neuerdings den Auerochsen ans morsche Tor malen; 1819 befahl die Regierung ‚das ganz unbrauchbare hölzerne Tor samt dem Ochsen‘ zu verkaufen. 3 fl 40 Kr waren das armselige Ergebnis der Liquidation.“ (5, Seite 67) Lieber Leser des Stadt-Anzeigers! Bitte beachten Sie bei Ihren Anschaffungen die Werbe - Anzeigen unserer Inserenten !!

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