Stadt-Anzeiger Auerbach - Juli 2026 34 Das Schloss der mittelalterlichen Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortetzung von Seite 30) Im Oktober 1621 wurde unsere Stadt Auerbach jedoch von bairischen Truppen eingenommen und tagelang geplündert. Im Schloss zerschlugen die Soldaten alle Fenster, zerstörten einen großen Teil der Einrichtung, bzw. nahmen die wertvolleren Gegenstände einfach mit sich fort. Die Schäden wurden zwar notdürftig wieder repariert, aber der allmähliche Niedergang des Auerbacher Schlosses war schon eingeläutet. Landrichter B. J. von Schlammersdorff Landrichter in Auerbach war 1615-1621 Balthasar Jacob von Schlammersdorff. Er nannte sich wegen des Festungscharakters der Stadt auch Gouverneur von Auerbach. Er wohnte im hiesigen Schloss, wenn er daheim war. Allerdings lebte er dort allein, denn erst im Februar 1625 vermählte er sich mit Eva, der Witwe des Sigmund von Waldenfels zu Lindenberg. Eva von Schlammersdorff brachte ihrem zweiten Gemahl Tochter Anna Maria in die Ehe. Miteinander hatten sie weitere Kinder. Nach Quellen soll Landrichter von Schlammersdorff vor seiner Heirat zahlreiche weibliche Gespielinnen gehabt haben, auch im Auerbacher Schloss. Er war sicher eine der schillerndsten Personen im Auerbacher Landrichteramt. Als namensgebende Ortschaft gilt das Dorf Schlammersdorf, ca. 35 km nordwestlich von Auerbach, und heute eine kleine selbständige Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Das erste Schloss in Schlammersdorf wurde um 1300 erbaut, und war etwa 150 Jahre im Eigentum derer von Schlammersdorff. Danach ging es an die Zirkendorfer über. Der aktuelle Bau wurde 1778/79 von Christoph Ludwig von Grafenreuth veranlasst. Heute befindet sich das Schloss unweit des Brauereigasthofs Püttner, und wird teilweise als Biergarten usw. genutzt. (Fortsetzung Seite 36)
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