Stadt-Anzeiger Auerbach - Juli 2026 30 Das Schloss der mittelalterlichen Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortetzung von Seite 28) In ihrem Verlauf unterlagen die Truppen der böhmischen Stände unter ihrem König Friedrich I., also dem vormaligen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz. Sieger waren die kaiserlichen und bayerischen Truppen der Katholischen Liga (6) unter dem Befehl von u.a. Tilly. Nach seiner Niederlage musste der sogenannte Winterkönig aus Böhmen fliehen. Kaiser Ferdinand II. (1578-1637; ab 1619 Kaiser HRR) konnte seinen eigenen Anspruch auf die Krone Böhmens durchsetzen. Er verhängte über Friedrich I. im Februar 1621 auch noch die Reichsacht, womit der Verlust all seiner Stammländer verbunden war. Daraufhin zog sich sogar die Protestantische Union von ihm zurück, und löste sich im Mai 1621 auf. (7) Nachdem der Winterkönig Fredrich I. alles verloren hatte, und sogar seine Generäle von Anhalt und Thurn geflohen waren, übertrug er General Ernst von Mansfeld den Oberbefehl. Schlecht fürs Schloss Mansfeld musterte im März 1621 in Neustadt an der Waldnaab neue Truppen an und legte sie u.a. in Amberg, Neumarkt, Hirschau, Michelfeld und Auerbach um Schutz ins Quartier. (nach 3, Seite 22f) „Mansfelds Heer war inzwischen auf 20.000 Mann gewachsen, es war völlig unzureichend ausgerüstet.“ (3, Seite 25) Peter Ernst Graf von Mansfeld (ca. 1580– 1626) war Heerführer und General. Obwohl er katholisch war, kämpfte er in den frühen Jahren des Dreißigjährigen Krieges für die Protestanten. Er war einer der führenden Söldnergeneräle dieses Krieges. (nach 8; Bild aus 4, Band 10, Seite 75) „W. Menzel, der protestantische Geschichtsschreiber, schreibt über Mansfeld folgendes: ‚Mansfeld, den eine parteiische Geschichtsschreibung zum Helden des Protestantismus gestempelt hat, war ein verworfener Bastard und Abenteurer, verwachsen, häßlich im Gesicht, entstellt durch eine Hasenscharte und so ausschweifend liederlich, daß er immer einen ganzen Harem mit sich schleppte. Zu großer Ehre rechnete er sich selbst an, Nonnen zu schänden. Sein Lager war die Hochschule aller Bubenstücke, erzählen die Acta Mansfeldica vom Jahr 1623. Seine Söldner waren der Auswurf aller Länder und Konfessionen, ihre einzige Religion war das Rauben und Morden. In der Tat, waren die Truppen Mansfelds nichts andres, als eine Räuberbande, die von der Plünderung der unglücklichen Oberpfalz lebte und von Mai bis September 1621 im Lager bei Waidhaus ihr Hauptquartier hatten.‘“ (4, Band 10, Seite 74) (Fortsetzung Seite 34)
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