Stadt-Anzeiger Auerbach - Juli 2026 28 Das Schloss der mittelalterlichen Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortsetzung von Seite 16) In Auerbach bewegt sich was. Siedler Walk 2026 Nordic Walking Event Samstag 08. August 2026 Zur Wahl stehen zwei Strecken über ca. 5 und 10 km (z. T. auf Teerstraße). Prämierung des ältesten und des jüngsten Teilnehmers. Start um 10:00 Uhr an der Siedler-Kirchweih (von-Ketteler-Straße). „Die vielen Lauben, Altanen und Erker, die weit vorspringenden hölzernen Dachrinnen und die unvermeidlichen Bierzoigel boten ein höchst abwechslungsreiches Straßenbild. Die Höfe waren durchgehend viel zu eng für den Betrieb der Landwirtschaft, und es war charakteristisch, daß vor jedem Hause ein riesiger Düngerhaufen lag. Ja es gab einen Stadtteil, der nur aus einem einzigen riesigen Misthaufen bestand, und der den poetischen Namen Vierzehnmistengasse (Anm.: heutige Dr.-Heinrich-Stromer-Straße stadtauswärts) hatte. … Die innere Stadt war gepflastert und in primitiver Weise auch kanalisiert, die Vorstädte aber mußten sich mit einfachen Landstraßen begnügen. In den Vorstädten war bei jedem Haus ein Garten, in der inneren Stadt aber gab es kein grünes Fleckchen, keinen Baum, keinen Grasflecken. Daran trug der Festungscharakter der Stadt die Schuld. … Wenn die Frauen und Mägde abends am Brunnen standen, gab es ein großes Redegeflüster, so daß Zeitungen und Tagesblätter entbehrlich waren. Wenn aber die holden Grazien das schwankende Wasser in den Butten nach Hause trugen, und dabei in den zierlichen Komplimenten über das holperige Straßenpflaster hintrippelten, so bot sich dem Fremdling ein Straßenbild von höchst eigentümlichem Reiz dar.“ (4, Seite 1 ff) In diese vermeintliche Idylle hinein platzte jetzt ein Krieg, der 30 Jahre lang dauern sollte! Zu dessen Beginn spielte Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632), der am 21.6.2015 mit seiner Gattin Elisabeth Stuart im Auerbacher Schloss zur Huldigung gewesen war (s. Stadtanzeiger April 2026, Seite 26), eine große Rolle. Die Schlacht am Weißen Berg war die erste große militärische Auseinandersetzung im Dreißigjährigen Krieg, und fand am 18. November 1620 statt. Sie wurde geschlagen von den Kaiserlichen Truppen unter Mitwirkung vom Bayernherzog Maximilian gegen die Protestantische Union, deren Anführer eigentlich König Friedrich I. war. „Wenn von Maximilian gerühmt wird, daß er durch sein persönliches Einwirken das meiste zum glücklichen Ausgang der Schlacht beigetragen habe, so kann man das von seinem Vetter Friedrich nicht sagen. Er behauptete bis zum letzten Augenblick seinen Leichtsinn und saß, während vor den Mauern Prags über sein Schicksal entschieden wurde, im fröhlichen Damenkreise an der Tafel.“ (4, Band 10, Seite 64f) - Zeitgenössisches Gemälde der Schlacht am Weißen Berg. (aus 5) (Fortsetzung Seite 30)
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