Auerbach Stadt-Anzeiger - Juli 2026

Stadt-Anzeiger Auerbach - Juli 2026 16 (Fortsetzung Seite 28) Das Schloss der mittelalterlichen Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortsetzung von Rudi Weber) Im Auerbacher Schloss, genauer gesagt im Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss desselben, residierten immer wieder hochherrschaftliche Besucher unserer Stadt. (s. Stadtanzeiger Juni 2026, Seite 16ff) Auch über die Huldigungen im Saal des Hauses wurde schon geschrieben (s. Stadtanzeiger April 2026, Seite 26f) Kommen wir zu einem einschneidenden Ereignis, das unsere Vorfahren sehr berührte: Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) Über ihn sollte man sich ausführlicher informieren, z.B. unter 1 und 2 in den untenstehenden Literaturangaben, oder in einschlägigen Büchern. (z.B. 3) Joseph Köstler (1849-1925) hat sich in seiner handgeschriebenen Chronik ausführlich (Band 10 bis 13) mit der Zeit von 1618 bis 1648 befasst. 1905 schrieb er quasi ein Stimmungsbild von Auerbach. „Die Stadt Auerbach hatte bei Beginn des dreißigjährigen Krieges fast dieselbe Gestalt und Größe wie heute (Anm.: 1905) und annähernd auch dieselben Häuser und Einwohnerzahl: 1618 zählte man 225 Häuser und 319 Familien.“ (4 Seite 1) Dieser kolorierte Merianstich von 1644 unterstreicht die Worte von Köstler. „Die Bauart der Häuser war freilich wesentlich anders als heute: man erblickte ausschließlich nur Giebelhäuser, welche nach dem fränkischen oder Nürnberger Baustil großenteils mit kunstvoll gefügtem Balkenwerk gebaut waren, und mit ihren Erkern und Vorsprüngen sehr malerisch aussahen. Die einstöckigen Taglöhnershäuser bestanden nur aus Riegelwänden, hatten kleine Fenster, runde Haustüren und hohe Schindeldächer. Der Giebel war nur mit Brettern verschalt. Die Bürgershäuser waren alle zweistöckig, ja manche hatten sogar drei Stockwerke. Das Parterre dieser Häuser bestand aus massivem Mauerwerk und war fast immer gewölbt. Die oberen Stockwerke waren aus Fachwerk in den mannigfaltigsten Formen zusammengesetzt. Fast jedes Haus hatte einen prächtigen Felsenkeller, und unter dem mächtigen spitzen Giebeldach waren mehrere geräumige Speicher und Bodenkammern. Ein großes rundes Haustor gestattete die Ein und Ausfahrt, während die schmalen Fenster mit ihren runden Butzenscheiben nur spärliches Licht in die geräumigen Zimmer dringen ließen. Der Hausplatz war mit Kalksteinplatten gepflastert, die Zimmerböden aber mit Estrich, das heißt mit Lehm beschlagen.“ (4 Seite 1ff) (sehr alte Ansichtskarte, gelaufen 1897)

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