Auerbach Stadt-Anzeiger - Juni 2026

Stadt-Anzeiger Auerbach - Juni 2026 14 Das Schloss der mittelalterlichen Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortsetzung von Rudi Weber) (Fortsetzung Seite 16) Das ehemalige Schloss in Auerbach (1374-1788) war wie schon mehrfach gesagt kein großartiges Prunkschloss, sondern eher ein Zweckbau, wohl ähnlich wie das frühere Pflegschloss in der Nachbarstadt Velden. Nur dass das Auerbacher Schloss wohl etwas größer und pompöser war, aber im Gegensatz zum Veldener praktisch nichts mehr davon vorhanden ist. Das Amtsgebäude in Velden wurde erst gut 100 Jahre später als das Auerbacher Schloss anno 1481 erbaut, und schon 1540 bis 1543 durch einen völligen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. (Foto von der gegenüberliegenden, linken Seite der Pegnitz aus; ähnlich hat wohl das Auerbacher Schloss ausgeschaut) Velden wurde 1376 durch Kaiser Karl IV. (1316-1378) zur Stadt erhoben. Das Festprogramm 650 Jahre Stadtrecht Velden findet man z.B. auf der Webseite dieser Stadt. (1) Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhielt die bis dahin pfälzische Stadt Velden einen neuen Landesherrn: Sie wurde 1505 dem Territorium der Reichsstadt Nürnberg eingegliedert, und mit dieser dann 1525 lutherisch. Die Marienkirche in Velden ist ein sehr sehenswertes Relikt aus der katholischen Zeit unserer Nachbarstadt im Pegnitztal. (2) Das Pflegamt Velden war eines der zeitweise mehr als ein Dutzend Pflegämter, mit denen die Reichsstadt Nürnberg die Verwaltung ihres Territorialbesitzes bis 1806 (1806 hörte Nürnberg auf freie Reichsstadt zu sein; Nürnberg wurde Teil des neuen Königreichs Bayern.) organisiert hatte. Andere waren z.B. Altdorf, Betzenstein, Gräfenberg, Hersbruck, Hohenstein, Lauf, Lichtenau und Wildenau. - Zurück zu Auerbach! Reformation in Auerbach Hierher nach Auerbach kam die neue Lehre des Martin Luther (1483-1546) um 1530. Vielleicht hat ihre Gedanken Dr. Heinrich Stromer aus Leipzig in seine Heimatstadt mitgebracht, wo Dr. Martin Luther bekanntlich in der Zeit der Leipziger Disputation (27.6 bis zum 15.7.1519) im Hause Stromers zu Gast war. In den folgenden Jahrzehnten mussten unsere Vorfahren mehrmals die Konfession wechseln, je nachdem, ob der pfälzische Landesherr ein Anhänger Luthers oder Calvins war. Doch cuius regio, ejus religio ist eine andere, sehr interessante, für unsere Vorfahren aber leider auch sehr schmerzhafte Geschichte. (3) Die Schlossmühle (1594-1622) Im letzten Jahr seiner Amtszeit hier in Auerbach erlaubte 1594 Landrichter Georg von Rustorf der Stadt, eine neue zusätzliche Mühle neben das Schloss zu bauen. Diese neue Schlossmühle (im folgenden Plan 183 und 183a; ursprünglich nur 183) staute und nutzte den Speckbach, der hier etwa von 1144 bis 1964 vorbeifloss. Das brachte dem Hans Neumüller von der nächsten Mühle, der Kaudlmühle (4), großen Schaden und viel Verdruss.

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