Stadt-Anzeiger Auerbach - März 2025 14 Eisenerzbergbau in unserer Heimat (Fortsetzung von Seite 1) 750 Jahre sind es heuer, seit erstmals eine schriftliche Aufzeichnung über den Bergbau und die Verarbeitung von Eisenerz in unserer Heimat zu finden ist. Im Urbarium Baiuwariae transdanubianae (um 1275) heißt es: „Nota quod aput Awerpach unt daze dem Pleche tercia pars lucri, quod solvitur de ignibus dictis fiwer, est de jure ducis.“ Deutsch etwa: Beachte, dass der dritte Teil des Gewinns, der mit den Feuern bei Auerbach und Plech erzielt wird, rechtmäßig dem Herzog gehört. (nach 1, Seite 36, Anm. 1 und 3, Seite 82) Hier handelt es sich wohl um den ältesten bisher bekannten Beleg über Eisengewinnung und -verarbeitung im Raum Auerbach und beim nahen Markt Plech. In Wirklichkeit sind der Abbau und die Verhüttung des bei uns zu findenden Bodenschatzes Eisenerz in unserer Gegend natürlich schon älter. Als Beweis seien die ehemaligen Hammerwerke angeführt. (2) Johannes Neubig, der Verfasser der ersten gedruckten Chronik Auerbachs, schrieb wohl mit Recht über die Entstehung unserer Stadt: „Bergleute gruben daselbst Auerbach aus und Schmiede hämmerten den kleinen Anfang zur festen Dauer des Fortbestehens.“ (3, Seite 4) Doppelschachtanlage Maffei Am 14. Dezember 1878 übernahm jedenfalls die Maxhütte die sich im Aufbau befindliche Grube Leonie I an der Straße nach Dornbach und begann mit dem Abbau von Eisenerz in unserer Gegend. „Die nach König Maximilian II. (1811-1864, reg. ab 1848) benannte Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte (kurz: Maxhütte) war im 19. und 20. Jahrhundert eines der führenden integrierten Bergbau- und Hüttenunternehmen in Bayern.“ (6) 1904/1905 wurde von der Maxhütte im südlich der Stadt Auerbach liegenden Grubenfeld Nitzlbuch die Doppelschachtanlage Maffei errichtet, - benannt nach Dr. Hugo Ritter von Maffei (1836-1921), dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Maxhütte von 1882 bis 1921. (siehe auch 4) Schacht Maffei I (links) war für die Erzförderung vorgesehen und erreichte zunächst eine Teufe = Tiefe (Bergmannssprache siehe 5) von 115 Metern. Er hatte einen rechteckigen Querschnitt von 2 mal 3 m. Maffei II (rechts) als Material -und Personenfahrschacht war rund gemauert mit einem Durchmesser von 7 m. 1908 erreichten beide Schächte ihre Endteufe von 137 Metern. (Foto um 1930; Archiv Weber) Im Vordergrund wurde der Sand gewonnen, mit dem im sog. Spülverfahren in den ersten Jahren, in denen das Erz von unten nach oben abgebaut wurde, die ausgeerzten Stollen wieder verfüllt wurden. Dieses Verfahren im Querbau von unten nach oben mit Spülversatz betrieb die Maxhütte in Auerbach bis 1911. Danach bis zum Schluss wurde im Teilsohlenbruchbau gearbeitet. Mit in obigem Bild ist auch ein Teil der Drahtseilbahn, mit der das geförderte Eisenerz bis 1970 über den Gottvaterberg zur Verladestation am Bahnhof gebracht wurde. Dort wurde es in Eisenbahnwaggons verladen und über Ranna und Hersbruck rechts zum Hochofen nach Sulzbach-Rosenberg gefahren. Dazu war eigens die Lokalbahnstrecke Auerbach-Ranna (1903-1982 in Betrieb) eingerichtet worden. Damit war Auerbach an die 1877 in Betrieb genommene Bahnstrecke Nürnberg-Eger, bzw. Nürnberg-Bayreuth angebunden. Ab April 1970 wurde das in Auerbach geförderte Eisenerz mit werkseigenen LKWs über die B 85 zum Hochofen transportiert. Zum Bergwerk Grube Nitzlbuch gehörten auch der Wasser- und Wetterschacht Welluck und der Wetterschacht Bernreuth. (Detail der Zeichnung Eisenerzgewinnung der Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte in Auerbach, gefertigt 1989 von Dr. Pfeufer) 1970 wurde auch mit dem Abteufen und Bau der Schachtanlage Leonie IV in dem bereits früher abgebauten Grubenfeld nördlich der Stadt Auerbach begonnen. Durch deren Inbetriebnahme 1977 waren die Voraussetzungen für die Weiterführung eines modernen Bergbaues durch die Maxhütte gegeben. Die oben abgebildete Grube Nitzlbuch mit ihrer Doppelschachtanlage wurde am 29.7.1978 stillgelegt. (Fortsetzung Seite 16)
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