Auerbach Stadt-Anzeiger - Februar 2025

Stadt-Anzeiger Auerbach - Februar 2025 26 Die mittelalterliche Befestigung unserer Stadt Auerbach (Fortsetzung von Seite 22) Eine der ältesten Ansichten Auerbachs stammt von Johann Trost aus dem Jahr 1664. Dieses Detail daraus zeigt das mittlere Tor von damals. Köstler schreibt weiter: „Der Torwart mußte dem Reisenden auch noch den ‚Infektionseid‘ abnehmen. Dieser lautete: ‚Ich schwöre bei Gott einen leiblichen Eid, daß all meine Angaben der Wahrheit entsprechen, so wahr mir Gott helfe und seine lieben Heiligen.‘ Erst nach geleistetem Eid öffneten sich dem Wanderer die Stadttore. - Juden, Hausierer und Vagabunden wurden aber unter allen Umständen strengstens und unbarmherzig abgewiesen. Gegen die Soldaten und ihre Hurenweiber und Bankerte (Anm.: veraltet und abfällig für ein uneheliches Kind) aber waren der Torwärtl und der Stadtrat ohnmächtig.“ (2, Seite 70) Ende des Nürnberger Tores „Am 30. Juli 1810 verkaufte die Stadtkammer dieses Tor um 210 fl an den Taglöhner Johann Schäfler, der Gemeindebackofen wurde aber ausdrücklich vom Verkauf ausgeschlossen. Das Tor bekam die Haus Nr. 97 und wechselte häufig seine Besitzer. Nachdem es auch noch sehr baufällig geworden war, kaufte es die Stadtkammer anno 1887 von der Margarete Raß um 1.350 M zurück und ließ es abbrechen.“ (2, Seite 73) An das mittlere Tor erinnert heute außer einer Gedenktafel stadtauswärts am Ende der Apothekergasse nichts mehr. Der aus Auerbach stammende Johann Baptist Weber (1876-1945) malte 1932 auch das ehemalige mittlere Tor nach alten Beschreibungen und Quellen. (1, Seite 331) (Fortsetzung Seite 28)

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