Auerbach Stadt-Anzeiger - Februar 2025

Stadt-Anzeiger Auerbach - Februar 2025 14 Fasching in Auerbach (Fortsetzung von Seite 1) Der Obere Marktplatz schaute damals (1909) aber noch ganz anders aus! Das Haus oben am linken Bildrand (alte Hausnummer 93, heute Oberer Marktplatz 12) gehörte zu dieser Zeit dem Lebzelter (Lebkuchenbäcker) und Fragner (Kleinhändler, Kramer) Johann Ibscher von Haus Nummer 126 (heute Untere Vorstadt 7). Von 1902 bis 1927 war hier im Erdgeschoß zum Marktplatz hin das Postamt untergebracht, weshalb ältere Auerbacher von der alten Post sprachen. 1936 verkauften die Brüder Sebastian Theodor und Pater Fortunat Ibscher unter Pfarrer Joseph Kupilas (1920-1938 Pfarrer in Auerbach) das Anwesen an die Kirchenstiftung, in deren Eigentum es heute noch ist. (nach 1, Seite 303 ff) Das linke Haus gegenüber (Hausnummer 68, heute Oberer Marktplatz 13; beim Specht) war ein uraltes Wirtshaus. 1920 kaufte dieses Anwesen Georg Specht aus Vilseck. Er betrieb mit seiner Familie bis 1968 ein Gasthaus mit Metzgerei und Saal. In diesem Jahr erwarb die Raiffeisenbank unter Georg Schreg (1930-2010) das Anwesen, riss das alte Haus ab und errichtete das neue Bankgebäude. (nach 1, Seite 215 ff) Das Anwesen rechts daneben Gasthaus zum Schwan war ebenfalls ein sehr altes Wirtshaus. (Hausnummer 69, heute Oberer Marktplatz 14) Ab 1882 war dieses Anwesen genau 102 Jahre im Besitz der Familie Fellner. Den Anfang machte Michael Fellner (1849-1929), der von 1902 bis 1917 Bürgermeister der Stadt Auerbach war. Im Jahre seines Amtsantritts übergab er das Wirtshaus seinem Sohn Gabriel Fellner (1878-1960). Er selbst zog mit seiner Frau in das Haus Nr. 64 (heute Pfarrstr. 8; Café Postillon). - 1901 wurde dem Schwanenwirt Gabriel Fellner und seiner Ehefrau Barbara Sohn Michael geboren. Dieser Michael Fellner war 1955 bis 1966 Regierungspräsident von Schwaben. (+ 1998) - Zuletzt wurde das Gasthaus mit Metzgerei von Hans Fellner (1931-1978) bzw. nach dessen frühem Tod von seiner Witwe Elfriede (geb. Sperber) nach einer umfangreichen Sanierung betrieben. - 1984 erwarb die Raiffeisenbank das Anwesen, baute es vor allem innen gründlich um und gliederte es ihrem bestehenden Bankgebäude an. (nach 1, Seite 220 ff) Rechts daneben steht das Haus Nummer 70 (heute Oberer Marktplatz 15, beim Lodesgobl). In ihm kam 1881 Anton Lodes (+ 1958), der Vater des Mediziners und Künstlers Rudi Lodes zur Welt. Der Lodes Rudi (1909-2006) selber ist ja im 2. Stock unseres Rathauses geboren, weil sein Vater Anton als Stadtsekretär hier mit seiner Familie bis 1928 wohnte. Wegen der Sanierung des Rathauses zog die Familie in die neu erbaute eigene Lodesvilla (heute Enge Gasse 7). Zusammen mit Haus Nr. 71(heute Oberer Marktplatz 16) war Nr. 70 ursprünglich ein breites Haus mit nur einer Haustür. Seinen Hausnamen beim Sattler hat Nr. 71 nach dem ehemaligen Eigentümer Mitte des 19. Jahrhunderts Johann Lodes, der von Beruf Sattlermeister war. Bis vor einigen Jahren betrieben Gottfried und Anna Vogts hier eine kleine Druckerei. (nach 1, Seite 231 ff) (Rudi Weber) Danksagungen

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