Auerbach Stadt-Anzeiger - September 2022

Stadt-Anzeiger Auerbach - September 2022 - 22 Ranna 50 Jahre bei Auerbach (Fortsetzung von Seite 20) Im Bahnhof Ranna wurde das Eisenerz aus den Hunten der Drahtseilbahn in Eisenbahnwaggons umgeladen und in diesen auf der Schiene zunächst nach Hersbruck gefahren. Von dort ging es nach dem Umspannen der Lok weiter über Pommelsbrunn und Neukirchen zum Hochofen nach Sulzbach-Rosenberg zur Verhüttung. Ab 1920 wurde wegen der hohen Erzförderung (mehr als 1.000 Tonnen pro Tag) und des damit verbundenen Transports eine weitere Lokalbahn von Auerbach nach Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg mit Haltestellen u.a. in Nitzlbuch und Sackdilling ins Auge gefasst, geplant und teilweise auch schon projektiert. Der Bau scheitert aber nicht zuletzt an der Inflation von 1923. Das Ende der Lokalbahn Der Niedergang der Lokalbahnstrecke Auerbach-Ranna wurde bereits mit der Einstellung des Personenverkehrs und dem Einsatz von Bussen auf dieser Strecke zum 31. Januar 1970 eingeläutet. Wie die Maxhütte indirekt an der Errichtung der Lokalbahnstrecke beteiligt gewesen war, so war sie es auch bei deren Stilllegung: ab 13. April 1970 transportierte sie das aus der Grube Nitzlbuch und zuletzt aus Leonie IV geförderte Eisenerz in firmeneigenen LKWs über die B 85 von Auerbach nach Sulzbach-Rosenberg zum Hochofen. Das Frachtaufkommen des Bahnhofs Auerbach sank dadurch von rund 450.000 Tonnen im Jahr 1969 auf nur mehr knapp 8.800 Tonnen anno 1973. Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle (SPD) genehmigte am 23. Dezember 1975 die Stilllegung der Bahnstrecke Ranna-Auerbach. Diese konnte aber im sog. Auslaufbetrieb zunächst weitergeführt werden. 1980 sank das Frachtvolumen auf nur mehr etwa 3.400 Tonnen im ganzen Jahr. Schließlich wurde der Schienenverkehr am 22. Mai 1982 ganz eingestellt, da zudem größere Investitionen zum Erhalt der Brücke über die Pegnitz kurz vor dem Bahnhof Ranna nötig wurden. Tags darauf (Sonntag, 23.5.1982) befuhr ein Pilgersonderzug unter Pfarrer Johann Ritter (1899-1986) nach Altötting mit einer Sondergenehmigung als letztes offizielles Schienenfahrzeug die Lokalbahnstrecke Auerbach-Ranna. Das Ende des Bahnhofs Auerbach war ca. acht Jahrzehnte nach seiner Inbetriebnahme gekommen. So wie auf diesem Foto um 1920 sollten nie mehr Züge hier verkehren. Dort wo einstmals Eisenbahngleise usw. waren, sind heute Feuerwehrgerätehaus (Bezug 26.10.1992), Schützenheim (Bezug 15.7.1995) und seit einigen Jahren schmucke Wohnhäuser. (Fortsetzung Seite 26)

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