Auerbach Stadt-Anzeiger - September 2022

Stadt-Anzeiger Auerbach - September 2022 - 20 50 Jahre Landkreis Amberg-Sulzbach (Fortsetzung von Seite 16) (Fortsetzung Seite 22) Auf dieser alten Ansichtskarte ist auch der Bahnhof Ranna zu sehen. Er wurde am 15. Juli 1877 eröffnet und rund 115 Jahre später am 6. Juni 1992 stillgelegt. Beim letzten Halt eines Zuges im Bahnhof Ranna bliesen der damalige Neuhauser Bürgermeister Hans Leißner und Rudi Fuchs auf der Trompete das Feierabendlied. Marktrat Franz Reihl überreichte Lokführer und Schaffner als Brotzeit frisch Geschlachtetes. Bald darauf wurde auch das Stationsgebäude in Ranna verkauft. Es befindet sich heute in privater Hand und ist z.B. im Vergleich zu Hohenstadt in einem guten Zustand. Lokalbahn Ranna-Auerbach Natürlich wollte auch die Stadt Auerbach an das Schienennetz angebunden werden, zumal ja mit Ranna und Michelfeld kleinere Orte der Umgebung einen eigenen Bahnhof hatten. Doch es war ein weiter Weg, bis es so weit war. Der Magistrat von Auerbach bemühte sich in vielen Eingaben an König Ludwig II. (1845-1886; reg. 1864 bis zur Entmündigung 1886) und seinen Nachfolger Prinzregent Luitpold von Bayern (1821-1912; reg. 1886-1912) um die Einrichtung einer Lokalbahnlinie. Begründung war u.a., dass durch eine solche den verschiedensten Handelszweigen wie der Fischerei, dem Holz- und Bretterhandel, dem Erztransport, dem Vertrieb von Steingutwaren und Farben usw. zu weiterem wirtschaftlichem Aufschwung verholfen werden sollte und könnte. (6) Die Genehmigung der Lokalbahn Ranna-Auerbach durch Prinzregent Luitpold erfolgte schließlich am 30. Juni 1900. Danach wurde unverzüglich mit dem Bau begonnen. Es mussten ja u.a. in Auerbach selber der Bahndamm aufgeschüttet und eine Brücke von der Oberen Vorstadt zur Bernreuther Straße, sowie der Bahnhof mit den Nebengebäuden errichtet werden. Am 16. Dezember 1903 konnte der erste Zug mit einer festlich geschmückten Lokomotive von Ranna herkommend im Bahnhof Auerbach einfahren. Die Strecke von ca. 8 km Länge überwand einen Höhenunterschied von 43,82 m, was einer Maximalsteigung von 12,5 ‰bedeutete. Diese Lokalbahnstrecke von Auerbach nach Ranna wurde auch genehmigt und gebaut, weil z.B. die Maxhütte einen finanziellen Zuschuss gab. Diese betrieb seit 1883 eine Drahtseilbahn von ca. 8 km Länge, um das geförderte Eisenerz von Auerbach zum Bahnhof nach Ranna zu transportieren. Beim heutigen Gasthaus Hohe Tanne wurde eine Dampfmaschine installiert, die den Antrieb der Drahtseilbahn besorgte. Neben diese Centralstation Hohe Tanne baute die Maxhütte für die Maschinisten und anderen Arbeiter 1882/83 ein Wohnhaus, das bereits die Genehmigung zum Bierausschank bekam. Als 1904 die Drahtseilbahn wieder abgebrochen wurde, erwarben der Bauernsohn Georg Schertl aus Nitzlbuch und seine Frau Anna von der Maxhütte das Arbeiterwohnhaus und die Nebengebäude. Sie eröffneten im Haupthaus 1905 das noch heute bestehende Wirtshaus, die Restauration z. hohen Tanne. (Foto aus 7)

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