Auerbach Stadt-Anzeiger - Juni 2022

Stadt-Anzeiger Auerbach - Juni 2022 - 24 RANNA 50 Jahre bei Auerbach (Fortsetzung von Seite 16) (Fortsetzung Seite 26) Köstler liefert nach dem Verkauf durch die Stadt Auerbach im Jahre 1859 auch einen Situationsplan von Ranna 1860/64 mit Legende. (1, bei Kugler Seite 30) „Nr. 1 Der vordere Bauernhof oder das Wirtshaus mit Stallungen, Stadel und Schupfen; Nr. 2 Die Mühle mit Brücke und Nebengebäuden; Nr. 2a Die Schneidsäge; Nr. 3 Hammerschmiedswohnung; Nr. 4 Hammerschmiedswohnung, von 1864 – 1876 Schulhaus; Nr. 5 Kohlenmesser- und Meilerbrennerhäusl; Nr. 6 Hinterer Bauernhof mit Nebengebäuden; Nr. 6a Stadel, 6b Hirtenhaus, 6c Schupfe; Nr. 7 Tagwerkerhaus, 7a und 7b zwei Schupfen; Nr. 8 Die Kohlenhütte; Nr. 9 Der Eisenhammer; Nr. 10 Das große Hammerhaus oder Schloß; Nr. 10a und 10b Remisen und Lagerhaus; Nr. 11 Das kleine Hammerhaus, von 1843 – 1864 Schulhaus; Nr. 12 Das Gesindehaus; Nr. 13 Bauplatz projekt. Revierförsterwohnung, seit 1876 steht hier das Schulhaus; Nr. 14 Spuren und Reste der ehemaligen Umfassungsmauer nebst Wassergraben; Nr. 15 Weiher; Nr. 16 Mauerreste, vermutlich von der alten Kapelle“ (1, bei Kugler Seite 30) Ranna vor gut 100 Jahren Nach dem Verkauf von Ranna durch die Stadt Auerbach an den Staat im Jahr 1859 veräußerte diese bald darauf auch den zur Spitalstiftung gehörenden Pechhof. Der Zeitgenosse Joseph Köstler (1849-1925) geht mit diesem Verkauf hart ins Gericht: „Um das Maß des beschränkten Untertanenverstandes noch deutlicher zu markieren, verkaufte der Magistrat anno 1863 auch noch den Pechhof mit 56 Tagwerk Grundbesitz um 8.032 fl an den Staat. Das Bürgerspital, dem der Pechhof gehörte, besaß anstoßend auch noch 66 Tagwerk Wald und es wäre wohl vernünftiger gewesen, den Pechhof selbst aufzuforsten und damit den Waldbesitz um 56 Tagwerk zu vermehren.“ (1, Seite 369; Kugler Seite 25) Auf diesem Ausschnitt einer fast 200 Jahre alten Landkarte ist zu sehen, dass der Pechhof ca. 500 m südöstlich der heutigen Magdalenen-Kirche und ca. 600 m nordöstlich von Lehnershof lag. Eingezeichnet ist südlich von Rauhenstein auch der Weiler Hunger, von dem heute nur mehr wenige wissen, wo er lag. Das große Anwesen Pechhof „wurde anno 1513 am Samstag nach Maria Magdalena von Georg und Barbara Ansbach gegen ein jährliches Leibgeding von 25 fl an die Stadt Auerbach resp. an das dortige Bürgerspital verkauft. Die Bestandteile des Pechhofs sind im Salbuche der Stadt Auerbach vom Jahre 1618 ganz genau angegeben. Er hatte ca. 12 Tagwerk Felder und 7 ½ Tagwerk Wiesen, auch 26 (Anm.: die Zahl 26 ist wohl ein Schreibfehler, obwohl es im Sauwald viele Weiher gab, wie obigem Kartenausschnitt zu entnehmen ist) große und kleine Weiher.“ (1, Seite 341) In einer anderen alten Karte (Uraufnahme) trägt der Bächhof die Hausnummer 15 in Ranna. In den Folgejahren wurden einzelne Anwesen des früheren Hammers Ranna abgebrochen. Ein großer Teil wurde „in öffentlicher Versteigerung 1865 an den Müller Georg Michl Rauh von Zogenreuth verkauft. Um den billigen Preis von 12.105 fl erwarb er das Wirtshaus und das Mühlanwesen mit Feldbau und einigen Tagwerkerhäusern nebst den Grundflächen der abgebrochenen Gebäude (5,84 Tagwerk betrugen die Grundflächen und Hofräume). Mit Ausnahme des Schulhauses war ganz Ranna in den Besitz des Müllers Rauh gekommen. Vom Feldbau hatte er jedoch nur einen kleinen Teil erworben. Der größere Teil wurde anderwärts verkauft, verpachtet und aufgeforstet. Obwohl der Staat die billig erworbenen Hammergüter mit wenig Nutzen zertrümmerte, hatte er doch ein glänzendes Geschäft gemacht, indem er das waldverderbende Forstrecht auf die wohlfeilste Art beseitigte und darauf allein hatte er es abgesehen.“ (1, Seite 373 Kugler Seite 27)

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