Auerbach Stadt-Anzeiger - Juni 2022

Stadt-Anzeiger Auerbach - Juni 2022 - 14 RANNA 50 Jahre bei Auerbach (von Rudi Weber) (Fortsetzung Seite 16) Durch das Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 wurden in Bayern u.a. Ruralgemeinden gebildet. Eine solche wurde Ranna mit den Ortsteilen Hunger, Lehnershof, Pechhof, Ranna, Rauhenstein und Rußhütte. Der Begriff Ruralgemeinde wurde 1835 ersetzt durch Landgemeinde. Die Gemeinde Ranna bestand in dieser Form bis zum 31.12.1971, und wurde zum 1.1.1972 freiwillig in die Stadt Auerbach i.d.OPf. eingemeindet. Die 1743 auf dem Löhnersberg in Ranna vollendete und der hl. Magdalena geweihte Kirche (Foto s. Titelseite Mai 2022) verdankt ihre Entstehung dem im 14. Jahrhundert gegründeten Eisenhammer Ranna. Joseph Köstler hat sich vor über 100 Jahren in seiner 27bändigen handgeschriebenen Chronik im Band 19 (Seite 318ff) ausführlich mit Ranna befasst. Hans-Jürgen Kugler hat 2018 diesen Text dankenswerterweise transkribiert und digitalisiert. (1) Arbeitszeit und Lohn im Hammer Ranna Die Stadt Auerbach hatte wie bereits geschrieben den damals am Boden liegenden Hammer Ranna 1530 von Hans Stiebar um 3.300 fl erworben und praktisch neu aufgebaut. Dann kam bald der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). Unsere ganze Gegend hatte darunter jahrzehntelang schwer zu leiden, natürlich auch der Hammer Ranna. Die glanzvollen Zeiten des Hammers Ranna kehrten nach diesem schrecklichen Krieg nie mehr ganz zurück. Jedoch wurde der Hammer weiter von der Stadt Auerbach noch ca. 200 Jahre bis 1859 betrieben. (s. Stadtanzeiger Mai 2022 Seite 22 und 26) Die folgenden interessanten Angaben hat Köstler der Stadtkammerrechnung des Jahres 1659, also 11 Jahre nach dem offiziellen Ende des Krieges (1618-1648) entnommen. „Auf dem Hammer wird zwar das ganze Jahr Tag und Nacht gearbeitet, da aber durch Hochwasser das Werk mehrmals im Jahr 8 – 18 Tage im Jahr gehemmt wird und wohl auch in jenen Wochen, in welche kirchl. Festtage fallen, nur 3 Tage (½ Schicht) gearbeitet wird, so ergeben sich pro Jahr nicht 52 sondern bloß 36 ganze Arbeitswochen oder 36 Lohnschichten.“ (1, Seite 331f) Dieses alte Bild zeigt Ranna und das benachbarte Moßenberg um diese Zeit. (aus 2, Seite 7) Der Fluss Pegnitz wurde im sog. Geistlichen GüterVertrag 1802 zwischen dem Kurfürstentum Bayern und dem Königreich Preußen als Grenze zwischen - vereinfacht gesagt - der Oberpfalz und Oberfranken festgelegt.

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